Das Telefon

Historisches zum Telefon

Der Lehrer Philipp Reis führt 1861 zum ersten Mal Geräte zur elektrischen Sprachübertragung dem Physikalischen Verein in Frankfurt / Main vor, aus denen das Telefon hervorging.

Telefon von Philip Reis
Telefon von Philipp Reis

Grundlage für seine Vorrichtung zur elektrischen Tonübertragung ist ein Holzmodell einer Ohrmuschel, das er für den Physikunterricht entwickelte. Als nachempfundenes Trommelfell diente ein Stück Wursthaut mit einem feinen Platinstreifen als simuliertes Gehörknöchelchen statt des “Hammers”, der von einem Draht berührt wird. Treffen Schallwellen auf das ”Trommelfell”, versetzen sie dieses in Schwingungen, die den Stromkreis zwischen Metallstreifen und der Drahtfeder unterbrechen. Im Laufe seiner Versuche erkennt Reis, dass statt des Ohrmodells auch ein mit einer Membran bespannter Schalltrichter verwendet werden kann. Als Empfänger dient ihm eine um eine Stricknadel gewickelte Kupferdrahtspule, durch die die vom Sender ausgesandten Stromimpulse fliessen. Die bewegte Nadel übersetzt die Impulse wieder in Schallwellen; zur Verstärkung der Töne setzt Reis ein Holzkästchen als Resonanzboden ein. (Quelle: Wikipedia)

Am 26. Oktober 1861 führte er es erstmals öffentlich in Frankfurt vor dem Physikalischen Verein vor. Überlieferungen zufolge demonstrierte Reis seine Erfindung, indem er seinen Schwager über ein Telefon im Garten aus einem Buch vorlesen ließ. Reis wiederholte vor anwesendem Publikum laut den Text, den er über den Empfänger verstanden hatte. Ein Kollege erwiderte daraufhin, Reis kenne vielleicht das Buch auswendig. So sprach der Kollege zur Überprüfung selbst einige unsinnige Sätze in das Telefon, wie: ”Die Sonne ist von Kupfer” oder ”Das Pferd frisst keinen Gurkensalat”. Reis verstand zwar nicht genau, was das Pferd frisst und meinte, die Sonne sei aus Zucker, aber das Publikum war dennoch überzeugt. (Quelle: Wikipedia)

Leider ist das von Philips Reis entwickelte Telefon nicht für den praktischen Einsatz geeignet. Somit vergehen noch 15 Jahre bis 1876 der Amerikaner Graham Bell das Telefon für den nutzbaren Gebrauch weiterentwickelt hatte.

Er erkannte, dass für die Wiedergabe von Sprache Veränderungen des Stromflusses anstelle von dessen wiederholter Unterbrechung nötig sind. Bell hatte in den Erkenntnissen der elektromagnetischen Induktion, die auf den Physiker Michael Faraday (1791-1867) zurückgehen, zwar schon eine Lösung für die Umsetzung gefunden. Es mangelte jedoch an den zur Durchführung notwendigen Fachkenntnissen. Eine kurze zufällige Übertragung von Tönen statt von Impulsen gab Bell Hinweise, wie die Stromänderung steuerbar ist. Er machte sich mit seinem Assistenten Thomas A. Watson daran, einen Apparat zu bauen, der ähnlich dem Telefon des Philipp Reis die Schwingungen einer Membran in elektrische Schwingungen umwandelt. (Quelle: Wikipedia)

1876 Bell spricht in ein Telefon
1876 Bell spricht in ein Telefon

Nach etlichen Versuchen lässt Bell im Februar 1876 seinen Anwalt ein Patent beantragen. Nur zwei Stunden später versucht auch Elisha Grey, ein ähnliches Gerät anzumelden. Drei Wochen später, am 7. März, erhält Bell das Patent für sein Telefon. Bells Antrag enthält lediglich die Idee zu einem Telefon. Ihm kommt dabei zugute, dass wenige Jahre zuvor das Patentamt den Verzicht auf die Vorlage eines funktionierenden Modells zum Patentantrag beschlossen hatte. Das Patent, das Bell zugesprochen wird, hat den unschätzbaren Wert, dass Bell damit allen anderen Konkurrenten die Aktivitäten auf dem Gebiet des Telefons untersagen lassen kann. Auch die mächtige Western Union Telegraph Company, die Elisha Grey unter Vertrag hat und in Reaktion auf die Patenterteilung von Thomas Alva Edison ein anderes Gerät als das von Bell entwickeln lässt, scheitert nach zahllosen Prozessen daran. Bell kann alle der insgesamt fast 600 folgenden Prozesse für sich entscheiden, da die Gerichte sich meist darauf berufen, dass Bell als Erster das Patent erhalten hat. (Quelle : Wikipedia)

Mit Geräten dieser Art wurden am 26. Oktober 1877 in Berlin unter der Regie von Generalpostmeister Heinrich von Stephan und Generaltelegraphendirektor Budde erfolgreiche Übertragungsversuche über zunächst 6 km, dann 26 km und zuletzt 61 km durchgeführt. Stephan lässt nach diesen ersten Versuchen weitere Bell-Telephone von der Firma Siemens & Halske anfertigen. Diese Ereignisse markieren den Beginn der einsatzfähigen Telefonie in Deutschland. Mit der Erfindung des Kohlemikrofons durch David Edward Hughes in Verbindung mit der Verbesserung des Hörers durch Werner von Siemens wurde eine wesentlich lautere Übertragung und damit ein Gespräch über größere Entfernungen ermöglicht. (Quelle: Wikipedia)

Telefonbuch_1881
Telefonbuch_1881

Am 14. Juli 1881 wurde in Berlin das erste deutsche Telefonbuch mit dem Titel “Verzeichniss der bei der Fernsprecheinrichtung Betheiligten“ herausgegeben. Der damalige Generalpostmeister Heinrich von Stephan bestand darauf die deutsche Bezeichnung für Telefon zu verwenden. Es waren 185 Einträge mit Anschlussnummern aufgeführt und wurde von der Berliner Bevölkerung als ”Buch der Narren” belächelt. Obwohl es zunächst als reines Verzeichnis gedacht war, erschien bereits 1897 die erste Werbeanzeige im Köllner ”Telephon-Teilnehmer-Verzeichnis” und begründete die Geschichte des Telefonbuchs als Informations- und Werbemedium. (Quelle: Wikipedia)

In den Anfangszeiten der Fernsprechtechnik war es nicht möglich, selbst eine bestimmte Telefonverbindung aufzubauen. Um eine Verbindung zu bekommen, musste man die Vermittlungskraft im Fernsprechamt (ugs. das ”Fräulein vom Amt“) ”wecken” (das war tatsächlich der offizielle Ausdruck für diesen Vorgang). Das geschah mittels Kurbelinduktor, teilweise auch durch Betätigen einer Ruftaste. Dem Vermittlungspersonal teilte man seinen Verbindungswunsch mit, das die Verbindung dann mittels Klappenschränken aufbaute. Da an einer solchen Handvermittlung meistens mehrere Personen beteiligt waren, dauerte der Verbindungsaufbau lange und war durch die mündliche Weitergabe des gewünschten Ziels fehleranfällig. (Quelle: Wikipedia)

Telefon mit Handkurbel
Telefon mit Handkurbel

Um dem Anwender die Möglichkeit zu geben, selber seine Verbindung aufzubauen (Selbstwähldienst), begann Almon Strowger 1888 mit der Entwicklung eines automatischen Telefonvermittlungssystems. Am 10. März 1891 patentierte Almon Strowger dieses Vermittlungssystem (Automatic Telephone Exchange) unter der US Patent Nr. 447,918 . Bei diesem System waren im Telefon für die Einer, Zehner und Hunderter der zu wählenden Rufnummer je eine Taste montiert, die der Ziffer entsprechend oft gedrückt werden musste. Die Bedienung war entsprechend umständlich und fehleranfällig und der Installationsaufwand hoch, da jede Taste über eine eigene Leitung mit der Vermittlungsstelle verbunden war.
Weitere Selbstwahleinrichtungen für das Telefon folgten, wie der am 11. Januar 1898 von A. E. Keith und die Brüder John and Charles J. Erickson, die Mitarbeiter der Strowger Automatic Telephone Exchange Company waren, unter der US Patent No. 597,062 patentierte Strowger finger-wheel sub station dial (Wählscheibe). Durch dieses Gerät wurde die Anzahl an Leitungsadern zur Übertragung der Wahlinformationen auf zwei reduziert. (Quelle: Wikipedia)

Telefon mit Wählscheibe
Telefon mit Wählscheibe

Der Nummernschalter, auch die Wählscheibe, diente lange Zeit und zum Teil auch heute noch bei Telefonen zum Wählen der Rufnummer. Durch dieses Bauteil wurde der Benutzer eines Telefons in die Lage versetzt, eine Telefonverbindung selbst, d.h. ohne Hilfe einer weiteren Person in einer Vermittlung, aufzubauen. Die Wählscheibe (die korrekte Bezeichnung ist Fingerlochscheibe) ist jedoch nur das sichtbare Bedienelement eines Nummernschalters. (Quelle: Wikipedia)

Die erste Telefonzelle, damals noch Fernsprechkiosk genannt, wurde am 12. Januar 1881 in Berlin in Betrieb genommen. Ab 1899 gab es Münzfernsprecher, vorher wurden Telefonbilletts verkauft. Die ältesten geschlossenen Zellen befanden sich noch in geschlossenen Gebäuden, Postfilialen, im Empfangsbereich von Hotels und gastronomischen Einrichtungen und lösten kleinere, vor allem durch Raumteiler abgegrenzte Telefongelegenheiten ab, für deren Benutzung es noch keine einheitlichen Regeln gab. (Quelle: Wikipedia)

Vermittlung
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